Die Zufriedenheit mit dem städtischen Busverkehr in Wiesbaden hat sich nach einer aktuellen Untersuchung der Hochschule RheinMain weiter verbessert. Für das Jahr 2025 ergibt sich eine Gesamtnote von 2,69 gegenüber 2,79 im Vorjahr. Die Pkw Nutzung erhielt im Vergleich eine schlechtere Bewertung mit der Note 3,31. Parallel dazu sind die Fahrgastzahlen im Linienverkehr in den vergangenen Jahren auf knapp 59 Millionen gestiegen.
Ergebnisse der Befragung
In der repräsentativen Erhebung schnitten 15 von 16 abgefragten Merkmalen besser ab als im Vorjahr. Deutlich bessere Bewertungen erhielten unter anderem die Umweltleistung, die Kontrollen, die Informationen zu möglichen Verspätungen sowie die Atmosphäre in den Bussen. Ebenfalls positiv bewertet wurden die Erreichbarkeit von Zielen und die Fahrzeit beziehungsweise Schnelligkeit.
Neben den Verbesserungen bleiben nach Angaben der Studie Bereiche mit Optimierungsbedarf. Vor allem die Pünktlichkeit und die Atmosphäre in den Fahrzeugen werden weiterhin kritisch gesehen. Die Studienautoren und die Verkehrsunternehmen werten diese Punkte als Ansatz für künftige Maßnahmen.
Methodik und Umfang
Die Untersuchung wurde im vergangenen Jahr unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel und Prof. Dr. Tobias Heußler vom Fachbereich Wiesbaden Business School durchgeführt. Ein studentisches Team führte insgesamt 1.512 Befragungen an zehn Standorten im Stadtgebiet durch. Die Erhebung fand vier Mal statt, dabei wurden Teilnehmende mit unterschiedlichem Mobilitätsverhalten befragt, von regelmäßigen Fahrgästen über Gelegenheitsnutzerinnen und Nutzer bis hin zu überwiegend mit dem Auto fahrenden Personen.
Die Befragten vergaben Schulnoten von eins bis sechs in Kategorien wie Freundlichkeit der Fahrerinnen und Fahrer, Taktung, Pünktlichkeit und Geschwindigkeit. Die Hochschule RheinMain erhebt die Zufriedenheit mit dem ÖPNV seit 2006 regelmäßig und stellt so Vergleichswerte über mehrere Jahre zur Verfügung.
Reaktionen und Ausblick
Die Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, Marion Hebding, wertet die Ergebnisse als Bestätigung der vorgenommenen Angebots und Serviceverbesserungen und spricht von gestiegenem Vertrauen der Fahrgäste nach der Coronazeit. Prof. Dr. Bernhard Heidel betont, dass die Studie durch den Vergleich von Bus und Pkw deutlich mache, dass viele Befragte positive Entwicklungen wahrgenommen haben.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kowol sieht in den Ergebnissen eine Bestätigung des Kurses von ESWE Verkehr und hebt den Unterschied zur Schieneninfrastruktur hervor, die seiner Aussage nach wegen Unterfinanzierung öfter Ausfälle verzeichne. Zugleich verweist er auf Potenziale und geplante Anpassungen: Mit einer Liniennetzreform sollen direkte Verbindungen und zusätzliche Erschließungen das Busfahren in Wiesbaden effizienter und attraktiver machen.
Die Zufriedenheitsmessung liefert laut Unternehmen konkrete Hinweise für Verbesserungen. Eine neue Welle der Untersuchung wurde bereits in Wiesbaden gestartet.
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